You owe yourself the love that you so freely give to other people. Oder ein paar Gedanken, warum man mit etwas Liebe die Welt ein kleines Stückchen besser machen kann.

 

Gerade vorgestern stand ich mit meiner Tochter in der Schlange eines Crêpe-Lädchens. Dem Herrn vor uns fiel beim Zücken seines Handys unbemerkt ein Kaugummi-Papier aus der Jackentasche. Noch während ich auf das kleine Knäulchen schaute, sah ich meine Tochter dem Herrn am Jackenärmel zupfen. „Entschuldigen Sie, Sie haben was verloren!“ Freundlich lächelnd bückte sich mein 6-jähriges kleines Mädchen und übergab die Airwaves-Hülle ihrem rechtmäßigen Besitzer. Mit leicht irritiertem Blick sah man mich an und hielt die Hand auf. Wie selbstverständlich stellte sich Charles wieder in die Reihe und sagte mehr zu sich selbst: „Wir müssen dem lieben Gott doch zeigen, dass wir unsere Welt lieben und auf die Natur aufpassen. Die Erde weint wenn man seinen Müll liegen lässt.“ Ich streichelte meinem Kind behutsam die Haare und fragte mich, was wäre, wenn wir alle einfach so selbstverständlich liebevoll wären? Mit uns selbst, unseren Kindern, den Nachbarn und der Natur? Gar nicht im Großen, sondern einfach im ganz Kleinen. Vor und hinter unserer Haustür?

 

So ist für mich Muttertag ein Tag um eine Gelegenheit zu nutzen. Wenn ich es in meinem Alltag, zwischen Ketchup im Haar, Wohzimmer-Schleichtier-Verwüstungen, Büro-Hektik und vergessenen Ballett-Schühchen nicht schaffe, all denen die mir wichtig sind genug Liebe entgegen zu bringen. Freude zu schenken und Aufmerksamkeit zu geben. Mit Gesten, Gedanken und ja, auch kleine Geschenke mit gar nicht materiellem Wert erhalten nach deutscher Redensart die Freundschaft. Da mag vielleicht was dran sein. Meine Mutter hat früher mit ausgestreckter Hand ablehnend gewedelt: „Bloß keine Blumen, Kinder! Der Muttertag ist eine Erfindung der Nationalsozialisten. Wenn man mich schon an jedem Tag im Jahr vergißt, dann bitte auch heute!“ Klingt etwas exaltiert? Wie bei allen Frauen dieses Schlags, konnte man aber doch das freudige Lächeln sehen, wenn allen Ablehnungen zum Trotz die großen und kleinen Kinder ihre Blumen, Gutscheine oder selbstgemalten Bilder überreichten. So ist das mit der Liebe. Wir wollen sie nicht auf Bestellung, aber sie fühlt sich eben doch immer gut an, wenn sie von Herzen kommt. Ist Wertschätzung nicht auch eine Form der Liebe?

 

Was ist ein Muttertag eigentlich heute? Ein Tag um Liebe zu schenken, aber auch ein Tag um vielleicht kurz die Augen zu schließen, tief einzuatmen und dankbar zu sein. Für die Familie, die wir Mütter haben erschaffen dürfen. Für das Leben, das wir geben. Ist das nicht immer wieder ein Wunder? Nicht jeder hat soviel Glück. Auch in meinem Familien- und Freundeskreis fühle ich die gekrümmten Herzen, die sich wenigstens ein Kind wünschen. Die liebevoll und ohne Neid auf dieses unvergleichliche Band der Liebe schauen und sich wünschten, diese Art von Bedingungslosigkeit empfangen und auch geben zu dürfen. Dieses Band von Mutter zu Kind ist im Guten wie im Schlechten maßgeblich für die Beziehungsfähigkeit und die Warmherzigkeit von uns Menschen. Selbst rein bio-chemisch werden wir mit oder ohne Mutterliebe eine andere Version unserer selbst. Natürlich können wir eigentlich nur das an Liebe geben, was wir selbst erfahren haben. Aber ich glaube fest daran, dass Liebe zu jeder Zeit und an jedem Ort, in jeder Form uns hilft die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Deshalb begrüßen wir den Muttertag, wir zelebrieren ihn und beginnen schon jetzt uns zu überlegen, wie wir in diesem Fall vielleicht einmal der Omi zeigen, welchen besonderen Platz sie für uns und unsere Familie in unserem Herzen hat. Spread Love!

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