Schlafen und Kinder – über wenig Themen wird und wurde in meinem Umfeld aufgeregter debattiert. Wie macht man es richtig? Wie machen es die anderen? Und, ist das überhaupt wichtig?

 

Das Baby meiner Freundin wurde am liebsten vom Schleudergang auf der Waschmaschine im Maxi-Cosi in den Schlaf geschuckelt. Nach einer 30-sekündigen Erfahrung auf dem Power Plate nicht im Ansatz nachvollziehbar. Entspannend? Fehlanzeige. Für mich fühlte es sich an, als würden die Restsynapsen meines fortgeschrittenen Alters gesundheitsgefährdend durcheinander gewirbelt. Ich war froh danach noch ganze Sätze formulieren zu können. Dabei einschlafen? Absurde Vorstellung.

 

Andere Freunde hatten von Beginn an schlafende Kinder. Einfach hinlegen und einschlafen – Wahnsinn. Zu gut erinnere ich mich an das kleine Händchen meiner Tochter, das ich durch das Gitterbettchen hielt und ihr dabei längst auswendig die Geschichte vom kleinen Hasen rezitierte. Weißt Du eigentlich wie lieb ich Dich hab? Wie Bolle! Und nachdem ich dort gefühlte Stunden verbrachte – sitzend auf einem Kinderzimmerstuhl in Form eines Pilzes – und in die Stille horchte: Gleichmäßiger Atem… es schläft!! ES SCHLÄFT!!! Ganz langsam löste ich meine Hand aus ihrer, um dann doch ein sofortiges Quaken auszulösen, sobald meine Hand irgendwo in den Gitterstäben feststeckte. Kein Problem, wir fangen von vorne an.

 

Alles noch besser als eine andere Freundin, die mit ihren Babys (zwei an der Zahl) stets und ständig und vor allem stundenlang im Auto durch Hamburg cruiste. Aber wie schlafen sie denn nun am besten die Allerkleinsten? Ratgeberbücher zu diesem Thema sind unerschöpflich und könnten wohl in ihren Aussagen und Empfehlungen kaum unterschiedlicher sein. Da stehen sie nun, die Mamas und Papas, und fragen sich, welches Ritual, welches Vorgehen in all diesen Optionen das für sie und ihre Lieben Richtige sein könnte.

 

Das Kind einer Bekannten hat noch nie eine Nacht im eigenen Bett verbracht. Ist das nun genau richtig? Oder genau falsch? Als meine Tochter geboren wurde, haben wir eine kleine Wiege für unfassbar viel Geld bestellt. Sollte doch unsere Zeit als Paar gewährt bleiben und das Kind einen Raum für Ruhe und friedlichen Schlaf erhalten. Als man mir im Hamburger UKE mein kleines Baby zum Schlafen in ein separates Bettchen legte, war ich dann aber doch ziemlich irritiert. Hat es doch die letzten Monate direkt an meinem Herzen verbracht und jetzt, da es auf der Welt ist, sollte ich es zur Seite legen? Unvorstellbar. Und so wanderte dieses klitzekleine Wesen direkt in unser Bett. Schlief auf mir und zwischen uns und gab mir die Ruhe im Schlaf mit halbem Ohr ihren Atem zu hören und sie, praktisch gedacht, zum Stillen direkt andocken zu können.

 

Aber was, wenn die Kleinen größer werden? Die Kinder von unserer Little Foshi Kerstin haben ziemlich früh begonnen zu fragen, ob sie ins Bett gehen können. Allein. Ganz eigenständig – Verrückt. Meine Tochter hat bis heute noch nicht einmal formuliert, dass sie müde ist, ganz gleich wie spät es ist. Und hier sind Silvester-Nächte inbegriffen!

Mein sechsjähriger Schwiegersohn in Spe hingegen sagt: „ich bin müde, ich schlafe jetzt.“ Und jetzt heißt JETZT. In einem Zeitfenster von 30 Sekunden wird sich eine Schlafposition gesucht – und das kann auch die Rückbank eines Tretbootes sein. Die Augen geschlossen, das Kuscheltier geknuffelt und zack, Tiefschlaf.

 

Schlaf ist ein Grundbedürfnis und Lebenselixier. Zu Recht machen wir uns viele Gedanken wie wir als ganze Familie gut und friedlich in den Schlaf gleiten und dabei allen Bedürfnissen möglichst gerecht werden. Den meisten kleinen Schläfern helfen Rituale und eine harmonische Umgebung.

 

Schlaf stellt sich natürlich nicht von jetzt auf gleich ein, daher sollten wir uns Zeit geben das Abendprogramm einzuläuten: kuscheln, Geschichten lesen und und und. Auch ich verfalle manchmal in eine Art Zwang und lächerliche Ungeduld das Abendprogramm möglichst zügig und rasch abzuwickeln, obwohl ich andererseits zu den Menschen gehöre, die ihren Kindern beim Einschlafen hingebungsvoll, meditativ den Rücken kraulen. An diesen Abenden dauert es natürlich ganz besonders lange. Die Kleinen-Monster-Antennen wissen genau, wann Ruhe, wirklich auch Ruhe und nicht latente Ungeduld bedeutet, in der die rechte Hand kreisende Kribbel-Kreise dreht und die linke Hand ungeduldig auf der Matratze trommelt. Gekrönt wird es dann wenn meine Tochter mit dem Rücken zu mir liegend sagt: „Mami, Handy weg! Du kraulst nicht richtig!“

 

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