In den letzten zwei Wochen ist bei uns im Store der Sommer eingezogen: knallige Badeanzüge meets coole Shorts mit Surfboard-Print. Beim Platzieren der neuen Styles kam ich mit meiner Kollegin Marie über das Thema Sonnenschutz bei Kindern ins Gespräch. Sie gab mir den Tipp, bei ihrer Freundin Dr. Anna Brandenburg vorbeizuschauen – „Sie kann dir wirklich alles rund ums Thema Sonnenschutz, Hautkrebsvorsorge etc. erzählen, geh doch mal hin uns quatsch mit ihr!“ Gesagt – Getan: So spazierte ich nachmittags in Hamburg Harvestehude zu ihrer Praxis in der Heilwigstraße 33.

Kennt ihr das, wenn man nur die Eingangstür eines Hauses betrachtet und sofort einziehen möchte? Das ist hier so ein Fall. Der wunderschönen Eingangstür folgt ein Flur of my dreams und diesem die Dermatologische Praxis. Hohe Wände, stilvollste Einrichtung, bestes Licht – mit einem kurzen Blick aufs Klingelschild vergewisserte ich mich schnell ob ich nicht doch in ein Fotoshooting für die neue AD gestolpert bin. Bin ich nicht!

 

 

Anna begrüßte mich super freundlich, wir setzten uns zusammen und nach einem kurzen Plausch über dit un dat kamen wir auch gleich zur Sache:

Little Foshi: „Sommer, Sonne, Ferien und Meer: Wie wichtig ist die Hautkrebsvorsorge bei Kindern?“

Dr. Anna Brandenburg:“Hautkrebsvorsorge macht auch bei Kindern Sinn, insbesondere dann, wenn auffällige Muttermale vorhanden sind oder neu entstehen. Regelmäßige Besuche beim Hautarzt sensibilisieren Kinder außerdem dafür, die Haut vor Sonne zu schützen.“

L.F.: „Ab welchem Alter ist es denn sinnvoll sich beim Arzt untersuchen zu lassen?“

Dr. A. B.: „Hautkrebs kennt keine Altersgrenze. Die Untersuchung auffälliger Hautveränderungen und Pigmentmale ist in jedem Alter sinnvoll, auch bei Kindern.“

L.F.: „Wird eine Vorsorge denn von allen Krankenkassen übernommen?“

Dr. A. B.: „Die Hautkrebsvorsorge wird von der privaten Versicherung in den meisten Fällen regelmäßig übernommen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Versicherten ab 35 Jahren alle 2 Jahre  eine Hautkrebsvorsorge.“

L.F.: „Auf was kann man vielleicht auch selbst achten?“

Dr. A. B.: „Bei der Beurteilung der Muttermale wird die sogenannte ABCDE-Regel angewendet:

A – Asymmetrie
B – Begrenzung mit verwaschenen, gezackten Rändern
C – Colour / ungleichmäßige Pigmentierung
D – Durchmesser > 5 mm
E – Evolution / Veränderungen des Pigmentmals in den letzten drei Monaten

Erfüllt ein Muttermal eines dieser Kriterien, sollte das auffällige Muttermal sicherheitshalber von einem Hautarzt untersucht werden.“

L.F.: „Wie schütze ich mich und meine Kinder im Sommerurlaub? Reicht Sonnencreme? Oder brauche ich noch weitere Sonnenschutzkleidung?“

Dr. A. B.: „Direkte Sonne während der Mittagszeit meiden, zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung überall am stärksten. Regelmäßige Aufenthalte im Schatten sind außerdem wichtig. Kleidung schützt am besten vor Sonnenschäden, Sonnenhüte und Caps also nicht vergessen. Hautpartien sollten regelmäßig und großzügig mit Sonnenschutzmitteln eingecremt werden, auch nach dem Wasserkontakt. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie gut eine Sonnencreme oder -milch vor UV-B-Strahlung schützt. Ein hoher LSF steht für eine hohe Schutzwirkung, ein niedriger LSF für einen geringeren Schutz.“

 

L.F.: „Sonnenbrand! Was tun, wenn es schon zu spät ist?“

Dr. A. B.: „Ein Sonnenbrand sollte auf jeden Fall vermieden werden, da man heute weiß, dass jeder Sonnenbrand in der Kindheit das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, erhöht.“

Wenn es doch passiert, können folgende Dinge helfen:

  • Kühlen, am Besten mit sauberem Wasser, kalten Umschlägen oder nassen Shirts
  • Viel trinken, um den Flüssigkeitshaushalt der Haut auszugleichen
  • Quarkwickel kühlen und haben entzündungslindernde Wirkung
  • Bei einem Sonnenbrand braucht die Haut viel Feuchtigkeit, Bodylotion großzügig auftragen und für zusätzliche Kühlung vorher in den Kühlschrank packen
  • Bei ausgeprägten Sonnenbränden nach ärztlicher Rücksprache Kortisoncremes und entzündungslindernde Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol.

 

L.F.: „Was macht ein Sonnenbrand mit der Kinderhaut und wie gefährlich ist ein Sonnenbrand überhaupt?“

Dr.A.B.: „Ein Sonnenbrand ist genau genommen eine Entzündung der Haut durch eine Verbrennung 1. Grades- jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.“

 

L.F.: „Was ist mit Vitamin D? Sollte man auch im Sommer Vitamin D zu sich nehmen?“

Dr. A.B.: „Mit Hilfe der UV B- Strahlung kann die Haut Vitamin D3 bilden, was für den Calcium- Haushalt und den Knochenaufbau wichtig ist. Studien haben eindeutig gezeigt, dass auch nach dem Auftragen von Sonnenschutzcremes noch ausreichend Vitamin D3 in der Haut gebildet wird, grade wenn ein hoher UVA- Schutz angegeben wird, da das Präparat dann durchlässiger für die UVB- Strahlung ist.“

L.F.: „Welches Sonnenschutzmittel ist gut für Kinderhaut?“

Dr.A.B.: „Um bei empfindlicher Kinderhaut keine unnötigen Hautreizungen und Sensibilisierungen zu riskieren, empfehle ich Sonnencremes mit mineralischen Schutzfiltern. Meine Lieblingscremes sind von Eucerin und La Roche Posay. La Roche Posay hat z.B. ein Präparat, das ab dem 3. Lebensmonat angewendet werden darf, wobei Kinder unter 1 Jahr auf gar keinen Fall aktiv der Sonne ausgesetzt werden dürfen.“

 

L.F.: „Was macht neue Kinderkleidung mit Kinderhaut? Sollte man sie zuerst waschen?“

Dr.A.B.: „Kinderkleidung sollte auf jeden Fall gewaschen werden, da sie eventuell mit chemischen Substanzen imprägniert und vorbehandelt ist, was zu Irritationen und Hautreizungen führen kann.“

L.F.: „Wie sehr sollte man die Kinderhaut pflegen? Täglich eincremen oder reguliert sich die Kinderhaut noch von selbst?“

„Kinder sollten, wenn sie zu trockener, schuppiger Haut neigen, auf jeden Fall regelmäßig oder ggf sogar täglich mit rückfettenden, ureahaltigen Cremes eingecremt werden. Trocknet die Haut zu stark aus, funktioniert die ohnehin in Ausbildung befindliche Schutzbarriere nicht und juckende Ekzeme entstehen durch ein Kippen der natürlichen mikrobiellen Besiedlung. Sind die Kinder nicht schmutzig, sollte beim Baden und Duschen auf Seife verzichtet werden, da sie den Säureschutzmantel der Haut angreift.“

 

Anna, wir danken dir sehr für das schöne und informative Gespräch! Vielen dank für deine Zeit!

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